Wie sichern wir eine gute und menschenwürdige Pflege in unserer Heimat? Und was muss sich ändern? Diese zentrale Fragen stand im Mittelpunkt des ersten Zukunftsforums „Gesundheit. Oberland 2040.“ am 29. Oktober 2026 im Kolberbräu in Bad Tölz.
Auf dem Podium des pflegepolitischen Dialogs waren vier unterschiedliche Perspektiven vertreten:
Katrin Staffler, MdB, Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung
Toni Kollmeier, Inhaber des Ambulanten Pflegedienstes Kollmeier
Bettina Emmrich, Leitung des Alten- und Pflegeheims Josefistift Bad Tölz
Christiane Bäumler, Leiterin des Pflegestützpunkts im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
Es ging um die großen Herausforderungen der Pflege: der zunehmende Fachkräftemangel, steigende Pflegekosten, die Belastung pflegender Angehöriger sowie um die Frage, wie ambulante und stationäre Pflege auch künftig zuverlässig sichergestellt werden können.
Deutschland hat 6 Millionen pflegebedürftige Menschen und gerade für das Oberland ist die Zukunft der Pflege von besonderer Bedeutung. Eine stark alternde Gesellschaft, der zunehmende Bedarf an Pflegeleistungen und die besonderen Herausforderungen im ländlichen Raum wie hohe Miet- und Lebenshaltungskosten erfordern tragfähige Lösungen.
Toni Kollmeier zeigte dabei auf, wie digitale Produkte wie eine „Speech-to-text“-Software den Berufsalltag in der ambulanten Pflege verbessern könnten. Bettina Emmrich erstaunte mit ihrem Einblick in die Strukturen des Josefistifts. Dort arbeiten Angestellten aus 28 Ländern.
Den Blick auf den gesamten Landkreis hatte Christiane Bäumler vom Pflegestützpunkt im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Bundestagsabgeordnete Kathrin Staffler gewährte Einblicke in das Gesetzgebungsverfahren der Pflegereform, die brandaktuell im Bundestag beraten wird. Sie wies darauf hin, dass die Pflegekassen ein hohes Defizit haben und warum Reformen unerlässlich sind.
Dabei ging es um Dialog nicht allein um bundespolitische Reformen. Auch vor Ort müssen die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden: von attraktiven Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte über die Unterstützung pflegender Angehöriger bis hin zu einer wohnortnahen Versorgung. Viel ist bereits im Oberland da. Viel jedoch muss noch ausgebaut und verbessert werden.
Der Anspruch aller Gäste und Mitdiskutierenden war: Gute Pflege muss auch in Zukunft für alle Menschen in unserer Heimat erreichbar, bezahlbar und menschenwürdig bleiben.
Dabei hatten alle Anwesenden auch die Möglichkeit Ihre Perspektive und Vorschläge auf aufgehängten Plakatwänden mitzuteilen, soweit sie sich nicht direkt in die Diskussion einbrachten. Viele nutzen jedoch auch die Möglichkeit unmittelbar mitzureden und Fragen zu stellen.
Mit der Auftaktveranstaltung des „Zukunftsforum. Oberland. 2040“ möchte die CSU Bad Tölz weiterhin wichtige Zukunftsfragen unserer Region aufgreifen, unterschiedliche Perspektiven aus Politik und Praxis zusammenbringen und konkrete Lösungsansätze diskutieren.
Immer mit dem Ziel das Leben der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.